Archive for September, 2008

Gute Präsentationen halten…

Sonntag, September 28th, 2008

“Wer’s nicht einfach und klar sagen kann, der soll schweigen und weiterarbeiten, bis er’s klar sagen kann.” Karl Popper

David Rose beschreibt in diesem TED-Vortrag, wie man Geld von einem Venture Capitalist (Risikokapitalgeber) bekommt. Auch wenn man das nicht will, enthält sein Vortrag hervorragende Anregungen, wie man herausragend präsentiert.

Grenzen der Erkenntnis (II): Die Grenzen der Statistik

Freitag, September 26th, 2008

Ein weiterer spannender Artikel von EDGE: Die Grenzen der Statistik so erklärt, wie ich es gerne könnte. Und auch erklärt: wieso Banken Pleite gehen. Und wieso wir weniger über seltene Ereignisse wissen (können), als wir glauben.

Ich bin überzeugt, dass es an der Zeit ist, dass wir wichtige Entscheidungen mehr nicht nur daran orientieren, was wir wissen, sondern auch an dem, von dem wir wissen, dass wir es nicht wissen und nicht wissen können.

Derjenige, der auf alle Fragen eine Antwort weiss, beweist nur, dass er die Frage nicht verstanden hat. Wissen, wo die Grenzen der Erkenntnis und damit der Vorhersagbarkeit liegen, ist eine wesentliche Information – die in der Praxis selten verwendet wird…
A map of the limits of statistics

Dazu passend kann ich mir den Verweis auf ein Buch nicht verkneifen, das ich hier schon mehrfach erwähnt habe.
Jared Diamond: Kollaps

Warum Leute die Republikaner wählen…

Donnerstag, September 25th, 2008

Dieser Artikel beschreibt meines Erachtens sehr gut die kulturellen Unterschiede, welche den Politikwahlkampf in den USA derzeit prägen. Lesen lohnt sich!
What makes people vote Republican?

Gibt es auch in bunt von TED:

Wozu braucht man eigentlich Unternehmensberater?

Donnerstag, September 25th, 2008

“Es will eigentlich niemand beraten werden. Was die Leute wollen, ist eher eine Bestätigung, dass sie so weitermachen können wie bisher.” Dr. Heiko Mell, Karriereberatung VDI-Nachrichten

Unternehmensberater sind in vielen Unternehmen unterwegs. Je größer das Unternehmen, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass die namhaften Unternehmensberatungen an entscheidenden Projekten mitwirken, wichtige Entscheidungen beeinflussen – und dass die Führungskräfte oberhalb einer gewissen Ebene sich zumindest zum Teil aus ehemaligen Unternehmensberatern rekrutieren.

Warum brauchen Unternehmen eigentlich Berater?

Der Begriff “Unternehmensberater” ist in Deutschland nicht geschützt – prinzipiell kann sich jeder so nennen, wenn er dies gern möchte. In der Praxis ist dies auch oftmals der Fall – so werden Lücken im Lebenslauf geschlossen oder eine zeitlich befristete selbständige Tätigkeit aufgewertet.

Und es gibt richtige Unternehmensberatungskonzerne – Unternehmen, welche sich darauf spezialisiert haben, gewisse Dienstleistungen für Unternehmen zu erbringen. Diese Dienstleistungen unterscheiden sich untereinander stark – manche Unternehmen haben sich auf Personaldienstleistungen (z.B. Direktansprache – “Headhunting”), auf IT-Dienstleistungen (wie z.B. die Implementierung von Softwaresystemen), Begleitung von Changeprozessen oder auf Managementberatung wie Unternehmensstrategiefindung spezialisiert. Die Unternehmensberaterbranche ist also sehr divers.

Die wesentliche Gründe ein Unternehmen, sich von einem Dienstleister beraten zu lassen, sind in diesem Essay dargestellt.

Rechtliche Anforderungen
Die wohl einfachste Begründung für den Einkauf von Beratungsdienstleistungen stellen rechtliche Anforderungen dar. So sind z.B. Unternehmen ab einer gewissen Größe verpflichtet, ihre Finanzunterlagen von einem Wirtschaftsprüfer auditieren zu lassen.

Fehlende Kapazitäten
Um temporäre (oder gelegentlich auch dauerhafte) Kapazitätsengpässe zu beseitigen, werden von Unternehmen ebenfalls Unternehmensberater eingesetzt. Hier handelt es sich sozusagen um Zeitarbeit (die im Branchenlingo unromantisch als “Body Leasing” – “Körpermiete” bezeichnet wird) auf höherem Niveau – mindestens, was die Kosten angeht.

Fehlende Kompetenzen
Aufgaben bewältigen zu können, für welche die Mitglieder der Organisation die notwendigen Kompetenzen nicht besitzen, ist ein weiterer häufiger Grund für den Einsatz von Unternehmensberatern. Es kann für das beauftragende Unternehmen preiswerter, schneller und flexibler sein, sich die benötigten kompetenzen von einem Dienstleister zuzukaufen, als die entsprechenden Fähigkeiten selbst aufzubauen.

Neutralität
In großen Organisation werden Projekte oftmals durch ein politisches Umfeld behindert. Die oftmals oftmals vom Interesse des Projektinitiators abweichenden Interessen und oftmals sich widersprechenden Interessen unterschiedlicher Stakeholder in der Organisation erschweren die Umsetzung strittiger Projekte oft. Hier kann ein Unternehmensberater als eine neutrale Instanz, die keine eigenen inhaltlichen Interessen verfolgt, hilfreich sein.

“Outsourcing the blame”
Ein ebenfalls anzutreffender Grund, Unternehmensberater zu beauftragen, ist das Abwälzen der Verantwortung für unangenehme Entscheidungen auf einen unbeteiligten Dritten. Über die Ethik eines solchen Vorgehens kann man geteilter Meinung sein – in der Praxis werden Unternehmensberater auch dafür eingesetzt, unangenehme Veränderungen zu initiieren. Dies gibt dem Management der Organisation die Mögichkeit, die Verantwortung für diese Entscheidungen von sich weg hin zum Unternehmensberater zu delegieren. Dies wird gelegentlich als der einfachere Weg angesehen, um schwierige Prozesse zu initiieren und oft auch umzusetzen.

“Cover your arse”
Eng verwandt mit dem vorstehenden Grund ist jener, Unternehmensberater dazu zu verwenden, eigene Positionen vom Unternehmensberater absichern zu lassen. “Namhafter-Unternehmensberater-X hat gesagt” klingt bei Katastrophen besser als: “Ich war der Ansicht”. Und der Unternehmensberater kann ja nicht gefeuert werden.

Gerechtigkeit

Montag, September 8th, 2008

Die Debatte um Gerechtigkeit ist wohl so alt wie Debatten überhaupt. Insbesondere auf der politischen Ebene geht es immer wieder darum, wie diese Welt gerechter werden kann, wie gerechte Sozialsysteme aussehen sollten, wie gerechte Bildungssysteme aussehen könnten etc.

Interessanterweise werden in dieser Diskussion sehr häufig zwei Begriffskategorien verwechselt oder bewusst als Äquivalente verwendet: Das ethisch/moralische Konzept der Gerechtigkeit und das aus ökonomischen Kategorien herleitbare Konzept der Gleichheit. Wenn in einem Zeitungsartikel steht, dass die soziale Gerechtigkeit in Deutschland ab- oder zugenommen habe, ist damit meist gemeint, dass die Gleichverteilung ökonomischer Werte in Deutschland zu- oder abgenommen habe. Dies beinhaltet bereits eine moralische Bewertung eines ökonomischen Sachverhaltes.

Soziale Gerechtigkeit ist prinzipiell nicht messbar (im Gegensatz zur ökonomischen Gleichheit), da das Konzept “Gerechtigkeit” individuellen oder gruppenspezifischen Wertkategorien entspringt – und durchaus von unterschiedlichen Menschen, Gruppen, Kulturen ganz unterschiedlich wahrgenommen und interpretiert wird.

In der Gerechtigkeitsdebatte werden vor allem drei wesentliche unterschiedliche Konzepte vermischt und von unterschiedlichen politischen Strömungen unterschiedlich stark vertreten: ökonomische Gleichheit (“Gleichverteilung von Gütern ist gerecht”), Chancengleichheit (“Gleichverteilung von Chancen auf ökonomischen Erfolg ist gerecht”) und Leistungsgerechtigkeit (“Verteilung von ökonomischem Erfolg nach individueller Leistung ist gerecht”).

Je nach eigenem Wertesystem wird der Leser dem einen oder anderen Konzept den Vorzug geben. Diese Konzepte zu einem gemeinsamen Ganzen zu verschmelzen ist wohl ein Dilemma, da sie sich untereinander oftmals widersprechen. Daher bleibt die Gerechtigkeitsdebatte wohl auf Dauer aktuell.

Welches dieser Wertesysteme liegt Ihnen am entferntesten? Warum?